Análisis
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Die Beweinung Christi von Giotto

 

1303-1305

Fresko

185 x 200 cm 

Arenakapelle (Capella degli Scrovegni), Padua

 

In diesem Fresko sind all die Elemente zusammengefasst, die Giotto zum wichtigsten Vorläufer der Renaissance-Malerei machten. Die Figuren wirken sowohl in ihrem äußeren Erscheinungsbild als auch in ihrem Gestus vollkommen human. Sie bewegen sich in einem realistisch anmutenden Raum, der ihnen zu atmen erlaubt. Doch das Fresko beweist vor allem die Fähigkeit Giottos zur direkten Beobachtung der Natur statt eines bloßen Aufgreifens vorgegebener Muster. 

   

Die Giotto vorausgehende romanische Malerei ordnete die Bildfiguren nach symbolischen Kriterien an, frei von den Bindungen an Raum und Zeit. Giotto ist der erste Künstler, der dieser Freiheit ernsthafte Beschränkungen auferlegt, da sie mit der Konstruktion eines realistischen Bildraums unvereinbar ist.


Dennoch nutzt Giotto in der Beweinung Christi diese alte Freizügigkeit teilweise aus, indem er sie in den Dienst eines tiefgründigeren Ausdrucks des erzählten Geschehens stellt.

 

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